Talkshowverbot für Gauland: Rote Karte für die AfD im Talk-Fernsehen

Von Michael H. Spreng

Alexander Gauland (AfD)

Alexander Gauland (AfD)

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dpa

Soll der AfD-Vorsitzende Alexander Gauland noch zu Talkshows eingeladen werden, nachdem er die Nazi-Zeit als „Vogelschiss“ in der „ruhmreichen deutschen Geschichte“ bezeichnet hatte? Der Erste, der dies forderte, war der Moderator von „Monitor“, Georg Restle. Anschließend kündigte „Hart aber Fair“ an, Gauland nicht mehr einzuladen.

Das ist ehrenwert, aber ist es auch richtig? Natürlich ist Gaulands Bagatellisierung der Nazis eine ungeheuerliche Entgleisung, an Widerwärtigkeit kaum noch zu überbieten. Und es ist unerträglich, einen Menschen, der so etwas sagt, auch noch in TV-Diskussionen erleben zu müssen.

Aber hinter einem Talkshowverbot für Gauland steckt ein gefährlicher Denkfehler. Denn dabei wird zwischen guten, also im Fernsehen erwünschten, und schlechten, im Fernsehen geächteten AfD-Politikern unterschieden.

Diesen Unterschied aber gibt es nicht. Die AfD ist eine Einheit, eine verschworene Truppe mit einem gemeinsamen rechten Korpsgeist, die weder Gauland noch Björn Höcke („Denkmal der Schande“) noch die vielen anderen Hetzer maßregelt oder aus der Partei wirft. Provokationen, Entgleisungen, Rassismus und Hetze gehören zur gemeinsamen DNA der AfD. Und auch die Wähler können nicht länger sagen, das hätten sie nicht gewusst.

Im Umgang mit der AfD kann es nur eine Lösung geben: Entweder dürfen alle in Talkshows gehen oder keiner. Am besten keiner. ARD und ZDF sollten, bis auf die Chronistenpflicht der Nachrichten, der Partei die Rote Karte zeigen.