Tipps und Mythen: Was wirklich gegen Kopfläuse und Nissen hilft

Von MATTHIAS TRZECIAK

Laeuse Streichholz

Klein, aber ekelig: Das Foto zeigt zwei verschieden große Kopfläuse im Größenvergleich mit einem Streichholz und einer 1-Cent-Münze

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Deutsche Pediculosis Gesellschaft e.V. / dpa

Köln

Es „kriecht und krabbelt“ und wenn es auf dem Kopf dann noch juckt, herrscht Läusealarm.

Eltern von Kindern, in deren Haaren sich die kleinen Blutsauger schon einmal eingenistet haben, können ein Lied davon singen, wie unangenehm ein Befall ist.

Kopfläuse – wenn es um diese kleinen Krabbler geht, weiß fast jeder etwas beizutragen. Leider gibt es zu dem Thema auch viele Fehlinformationen und Gerüchte – wir klären auf...

Generell gilt: Zur Kopfläuse-Übertragung kommt es, wenn Kinder beim Spielen die Köpfe zusammenstecken. Der Übertragungsweg über Schals oder Mützen, die eng an der Garderobe zusammenhängen, spielt kaum eine Rolle. Keine Laus verlässt freiwillig „ihren“ Kopf und daher findet man auch so gut wie nie Läuse auf Kuscheltieren, Schals oder Mützen.

Bei einem Kopflaus-Befall gibt es in der Apotheke inzwischen zuverlässige und verträgliche Präparate, die die Kopflaus ersticken und die Eier (Nissen) erfolgreich bekämpfen. Bis zu einem Alter von 12 Jahren werden die Mittel von der Krankenkasse erstattet.

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Eine Mutter behandelt die Haare ihres Sohnes mit einem Läusemittel.

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dpa

Die bekanntesten Kopflaus-Mythen...

Kopfläuse sind ein Zeichen für mangelnde Hygiene

Falsch! Lausbefall hat nichts mit mangelnder Hygiene zu tun. Auch häufiges Haare waschen schützt nicht vor Läusen. Läuse treten vor allem da auf, wo viele Menschen zusammenkommen, zum Beispiel in der Schule oder im Kindergarten.

Durch direkten Haar-zu-Haar-Kontakt (zum Beispiel beim Kuscheln oder Spielen) können die Läuse sich sehr gut ausbreiten, da sie bequem von Kopf zu Kopf wandern.

Kopfläuse können springen und fliegen

Falsch! Springen oder fliegen können die Parasiten nicht.

Leider führt dieses Gerücht auch heute noch dazu, dass viele Eltern aus Scham einen Kopflausbefall verheimlichen, die Umgebung nicht darüber informieren und damit den Läusen Zeit geben, sich weiter auszubreiten.

So kommt es dann auch dazu, dass Kindergärten und Schulen monatelang mit Kopfläusen zu kämpfen haben.

Kopfläuse übertragen Krankheiten

Falsch! Kopfläuse übertragen in unseren Breiten keine Krankheiten. Sie sind zwar lästig, aber im Prinzip harmlos.

Allerdings kann es zu allergischen Reaktionen auf den Speichel der Laus kommen. Der resultierende Juckreiz verleitet zum Kratzen. Die Folge sind manchmal bakterielle Infektionen, bei denen sich Ekzeme bilden können.

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